Garderobe

Sonntag, 20.06.2021

(1) In Versammlungsstätten muss eine Sicherheitsbeleuchtung vorhanden sein, die so beschaffen ist, dass Arbeitsvorgänge auf Bühnen und Szenenflächen sicher abgeschlossen werden können und sich Besucher*innen, Mitwirkende und Betriebsangehörige auch bei vollständigem Versagen der allgemeinen Beleuchtung bis zu öffentlichen Verkehrsflächen hin gut zurechtfinden können.

(2) Eine Sicherheitsbeleuchtung muss vorhanden sein

1. in notwendigen Treppenräumen, in Räumen zwischen notwendigen Treppenräumen und Ausgängen ins Freie und in notwendigen Fluren,

2. in Versammlungsräumen einschließlich Foyers und Hallen sowie in allen übrigen Räumen für Besucherinnen und Besucher (z. B. Garderoben, Toiletten),

3. für Bühnen und Szenenflächen […]

(3) In betriebsmäßig verdunkelten Versammlungsräumen, […] muss eine Sicherheitsbeleuchtung in Bereitschaftsschaltung vorhanden sein. Die Ausgänge, Gänge und Stufen im Versammlungsraum müssen auch bei Verdunklung unabhängig von der übrigen Sicherheitsbeleuchtung erkennbar sein.

Sonntag, 23.05.2021

Nun hängt diese Jacke schon seit drei Wochen da.

Wenn sie morgen noch da ist, nehme ich sie einfach mit! 

Sonntag, 16.04.2021

Alex war ein Eisverkäufer,

Alex stand vorm Senft.

Alex und sein Eiswägelchen, 

von Kindern heiß umkämpft 

Alex eine Frohnatur, 

Alex sanft und treu. 

Zitroneneis war sein Geschäft, 

doch zeitgleich tat sich einiges

ein Reich erfand sich neu. 

Alex war ein Eisverkäufer 

doch Alex schulte um. 

Alex wurde Kombattant 

und kam im Felde um. 

Die Kinder stehn‘ die Hände leer,

heute noch vorm Senft. 

Woanders ist die Front noch schwer

von Menschen heiß umkämpft. 

Sonntag, 21.03.2021

Irgendwo zwischen Schlossplatz und Ludwigsplatz. Panther und Hund treffen sich.

H: Hey Schwarzer Panther! Lang‘ nicht gesehen! Ja, sag mal, wie geht’s?

P: Hallo Hund. Gut, gut.

H: Alter! Was hast du denn mit deinen Reißzähnen gemacht, sag mal!

P: Im Eden verloren. Ist schon Jahre her. Wilde Party eben.

H: Bei ‘ner wilden Party?

P: Ja, sowas mit DJ und Rollschuhen. Eden halt! Aber lange ist‘s her.

H: Alter! Legendär! Panther, ich wär‘ so gern dabei gewesen.

P: Kannst doch froh sein, dass du da nicht mit reingerutscht bist.

H: Sag mal, was machst‘e jetzt? Hängst‘e in ‘nem andren Schuppen ab?

P: Nee, habe mich zur Ruhe gesetzt. Stehe jetzt in einem Wohnzimmer.

H: Ernsthaft Panther? Du? Ruhestand? In ‘nem Wohnzimmer?

P: Ja Hund, man bleibt nicht ewig jung. Man wird eben alt. Wart‘s ab.

Und dann ist man froh, wenn man in so einem Wohnzimmer steht.

H: Naja, musst du ja wissen… Ich treff‘ übrigens morgen den Flamingo. Willst‘e mit?

P: Nein. Danke. Nach der Sache damals lieber nicht.

H: Ach komm! Schwarzer Panther! Das wird super, wirst schon sehen!

P: Nein! Lass mich. Außerdem gibt’s morgen Kaffee und Kuchen bei mir im Wohnzimmer. Da will ich nicht fehlen. Adieu.

H: Ja … äh, dann Tschüss.

Panther geht ab.

H: .. pff… ein Wohnzimmer, Kaffee und Kuchen …wenn ich das dem Flamingo erzähl!

Sonntag, 14.02.2021

Im Anfang des zyklischen Ablaufs steht die Wachstumsphase und somit die Lebendigkeit und Arterhaltung im Mittelpunkt der Anschauung. Es folgt die Zweckentfremdung der Pflanze und ihrer Blüte zu dekorativen Zwecken im Innenraum, wobei ihre Lebensdauer durch das Drapieren in einer Vase künstlich verlängert werden kann. Mit der richtigen Technik ist es möglich das Lebewesen nun auch in seinem Ableben zu konservieren. Die Flora hat ihre prachtvolle Blüte hinter sich und bleibt doch als ästhetisches Gebilde über ihre eigentliche Lebensdauer hinweg ein Symbol für eine Zeitlosigkeit, die den natürlichen Verfall über einen gewissen Zeitraum hinweg in eine neue Qualität zu fassen vermag. Doch nicht zu früh gefreut: „All we are is dust in the wind…“

Sonntag, 17.01.2021

Ich hatte sie mir irgendwie schnörkeliger vorgestellt, diese Teekanne aus dem ehrwürdigen Café Senft. Mindestens mit einer kleinen Blumenbordüre am Rand. Aber da steht sie also nun, ziemlich schlicht da. Ich muss an die Teekannen in Jugendherbergen denken. Immer schön praktisch. Das Design bei der Senft-Teekanne ist ähnlich durchdacht: Ein kleines Loch am Deckel verhindert, dass er beim Erkalten des Tees angesaugt wird. Der Deckel wackelt nicht, trotz des hohen Alters. Die Kanne steht stabil. Schnörkellos, schlicht, aber keineswegs plump. Denn der Hals ist anmutig geschwungen und der Griff vollzieht drei elegante Bögen.

Ich prüfe ob sie magnetisch ist und kann feststellen: Nein, sie ist nicht magnetisch. Eine silberne Teekanne, die angelaufen ist. Wobei sich das ganz einfach reinigen lässt, wie man auf diversen Internetseiten nachlesen kann: Ganz einfach wahlweise Zitronensaft, Natron, Backpulver, Alufolie, Salz und Zahnbürstchen oder Silberputztücher verwenden – dann strahlt das alte Silber wie neu.

Ich lasse sie jedoch so wie sie ist. Denn wenn man den Deckel aufklappt, dann riecht sie noch nach Früher, nach Tee, Gebäck und gepflegten Gesprächen.

Sonntag, 27.12.2020

„Das Wesen des Lebkuchens ist so, dass wenn er keine Feuchtigkeit hat, dann wird er knochenhart, aber wenn er mit ein bisschen Feuchtigkeit in Berührung kommt, dann wird er weich“, sagt Berti als ich bei ihm in der Küche sitze und wir über die Feinheiten des Lebkuchenbackens sprechen.

Aber so ein richtiger Lebkuchen dauert, bis er sein richtiges Lebkuchenwesen entfalten kann. Da wird erstmal im Juni und Juli der Vorteig angesetzt. In einem riesigen Kessel werden 100 Liter Bienenhonig mit Gas erhitzt. Drei Gasringe unter dem Kessel werden nach und nach ausgeschaltet: Der äußerste Gasring, wenn der Honig das erste Mal aufblubbert, der mittlere, wenn man den Honig durch eine Art metallenen Seifenblasenring blasen kann, der letzte, wenn der Honig nochmal aufblubbert. Der erhitzte Honig, Mehl und Lebkuchengewürze werden dann zu einem Teig mit einem Hubkneter verknetet. Dann wird der Vorteig in Fünfkilolaibe geteilt und man lässt ihn ruhen. Sie lagern  abgedeckt den ganzen Sommer über im Hof der Lebkuchenfabrik Senft und werden dabei hart.

Ab August/September werden diese Laibe gebrochen, mit Wasser, Pottasche und Hirschhornsalz wieder kalt durchgeknetet und ausgewalzt. Man sticht mit Edelstahlformen die Stücke aus und presst sie dann in die Lebkuchenform. Es handelt sich übrigens um eine Form und keine Model, denn eine Form ist exakt auf eine bestimmte Menge abgestimmt. So entstehen Lebkuchen, die genau ein Pfund, ein halbes Pfund, ein viertel Pfund wiegen. Dann muss man den Rohling noch backen und endlich besitzt der zweifach erhitzte Teig sein richtiges Lebkuchenwesen.

Sonntag, 22.11.2020

Sie sind die Stützpfeiler des Dreh- und Angelpunktes der Abend-Gastronomie um die sich hier alles dreht. In ihrer sich stetig stilistisch wandelnden Gestalt haben die Säulen der Theke in der Historie der verschiedenen gastronomischen Etablissements am Standort des ehemaligen Café Eden als Designobjekte stets eine zentrale und augenfällige Rolle eingenommen. Mal eckig, rustikal und handgeschnitzt, mal gedrechselt in mahagonibraun gefärbt und lackiert oder sogar glamourös funkelnd und spiegelnd verkleidet gaben sie über die Jahrzehnte nicht nur dem Theken-Dach, sondern auch den unzähligen Gästen Halt.

Sonntag, 18.10.2020

Wir sehen eine Wohnung der sechziger Jahre. In der Wand erkennt man ein Mäuseloch. Davor steht die Karikatur einer Maus mit Latzhose und Mütze auf den Hinterbeinen. Die Maus spricht hohen und weinerlichem Ton: „Dies war ein ideales Leben hier. Überall gabs Krümel und leckere Reste für uns.“ Da dreht sich die Maus erschrocken um und spricht weiter: „Aber seit dieser Teppichkehrer im Haus ist, dieser Kehrer von Leifheit, liegt in keiner Ecke mehr ein Krümelchen.“ Die Maus verschwindet, der Leifheit Rotaro kommt ins Bild und fegt über die Stelle, wo die Maus gerade stand. Szenenwechsel: Wir sehen aus dem Mäuseloch heraus, hinein in die Wohnung. Der animierte Leifheit Rotaro kehrt durch die Wohnung. Man sieht einen barocken Stuhl mit grüner Polsterung. Szenenwechsel: Der Leifheit Rotaro kehrt an dem Stuhl entlang. Weinend spricht die Maus: „Auch nicht um Tisch- und Stuhlbein. Ich glaube, ich muss umziehen.“ Szenenwechsel: Wir sehen das Mäuseloch und die Maus tritt heraus, auf der linken Schulter einen Stock samt ihrem ganzen Hab und Gut. Traurig geht die Maus links aus dem Bild. Szenenwechsel: Eine Fotografie des Leifheit Rotaros auf weißem Grund. Darüber in schwarzer Schrift: 

LEIFHEIT. Schont Ihren Teppich. 

Dazu spricht eine männlich konnotierte Stimme: „Leifheit. Schont Ihren Teppich.“ 

Sonntag, 27.09.2020

Am 25. Oktober 1993 hinterließ Mr. Ivo, ein engagierte Nutzer des Forums tanzundtee.com, unter dem Titel Tanzpavillon Eden – immer wieder gerne, neben viereinhalb Sternen als Bewertung, folgende Worte im Neuland Internet:

Der Tanz-Pavillon Eden in Bad Dürkheim ist der Feierplatz aller Tanzbeine und Feierhengste, denn dort steigen die wildesten Parties angefeuert vom unermüdlichen Rolly Dee. 

Meist donnerstags und freitags und auch samstags wird gefeiert; aber offen ist immer.

Tipp: Rolly Dee ist eigentlich immer Freitag und Samstag hinter dem Mischpult. Besonders namhafte und beliebte Feten sind die Silvesterparty und der Feierabendshoppen am Wurstmarkt. Da ist eins wichtig: Rechtzeitig anstehen, sonst hat man George keine Chance mehr reinzukommen. Und zieht auf keinen Fall Jeans und Turnschuhe an!

Die Getränkepreise sind in Ordnung, die Musik leider nicht immer, für meinen Geschmack landet da zu viel Techno auf dem Plattenteller, daher der halbe Punkt Abzug. Besonders ist aber das Steakbrötchen zu empfehlen, zu später Stunde, wenn die Tanzfläche nochmals zum Beben gebracht werden soll. Laut dem Besitzer stammt das Fleisch von der Metzgerei Ester „…vom Uwe persönlich zerlegt…“ und die Brötchen von der traditionsreichen Bäckerei Sippel. Allein wegen dem Steakbrötchen sollte jeder mal im Eden vorbeischauen.

Sonntag, 23.08.2020

Diese wunderschöne Tischlampe ist 40 cm hoch und wird nicht nur Tiffany-Stil-Liebhaber begeistern. Sie lässt sich bequem über einen Schalter am Kabel an- und ausschalten.

Der grazil geschwungene Fuß ist aus einer Messinglegierung und ahmt einen Blütenstängel nach, wobei der Sockel durch florale Muster detailverliebt verziert ist. Der Lampenschirm ist einer Glockenblume nachempfunden und verströmt durch das melierte farbige Glas einen seidenen Schein, der eine behagliche Atmosphäre generiert. Die in rötlichen Farben gehaltenen kleineren Farbakzente bieten im Kontrast mit den größeren cremefarbenenGlasflächen zudem ein dezent gehaltenes warmtoniges Lichtspiel. 

Dieses antike Schmuckstück bereichert garantiert jede Einrichtung durch das stimmungsvolle Licht und die anmutige Schönheit. Überzeugen Sie sich selbst.  

Sonntag, 05.07.2020

In der goldenen Mitte hängend stehe ich stets über den Dingen, die sich am Tanzboden der Tatsachen ereignen. Hier sehe ich alles, keine Regung bleibt mir verborgen und ein jeder Tanzstil ist mir vertraut. Im Kontrast zum wechselnden Takt der Musik steht meine immer gleichförmige axiale Drehung. Eine verlässliche Redundanz innerhalb immer wieder wechselnder Konstellationen und Szenarien. Ich erfasse alle Fragmente des Raumes, welche ich gespiegelt auf mir als Panorama neu zusammensetze. Ich reflektiere das Licht auf die sich bewegenden Körper der tanzenden, sitzenden, trinkenden Gäste. Wenn die Musik und die Lichter erlöschen halte auch ich inne. Wenn die Gäste gehen halte ich die Stellung.